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St. Clare Hospital

Foundation

 

Das St. Clare Hospital ist ein im Entstehen befindliches Krankenhaus für die Armen und Ärmsten aus dem weiten Umland der Lake Zone und der Stadt Mwanza.

 

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Die Zielsetzung
der Stiftung

Das St. Clare Hospital befindet sich in der Trägerschaft der unabhängigen St. Clare Clinic Foundation, die von Pfarrer Dr. med. Thomas Brei gegründet und vom tansanischen Staat als gemeinnützige Nicht-Regierungs-Organisation (NGO / Trust) anerkannt ist. Die Unterstützung aus Deutschland wird durch MISSIO München und durch die Abteilung Weltkirche des Erzbistums München und Freising koordiniert.

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Ziel des St. Clare Hospitals ist es, auch den vielen Menschen, die in Tansania durch das sehr brüchige und weitmaschige soziale Netz fallen (die Mehrzahl der Menschen ist bislang nicht krankenversichert und viele leben unter der Armutsgrenze), medizinische Diagnostik und Behandlung auf einem moderneren Stand der Wissenschaft zu bieten als dies allgemein im Bereich der medizinischen Grundversorgung in Tansania üblich ist. Wir hoffen, in den Bereichen, in denen sich das St. Clare Hospital fachlich profilieren will, insbesondere Kindern und Jugendlichen einen Dienst zu erweisen: Unfallchirurgie und Orthopädie, Ambulante Medizin, Radiologie, Zahnmedizin, Augenmedizin, Endoskopie und Gastroenterologie, Urologie, Allgemein-Chirurgie, Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde und Frauen-Heilkunde.

Pfarrer Dr. med.
Thomas Brei

In meiner Kindheit in den 70er-Jahren sah ich die Bilder von hungernden und kranken Menschen in Afrika in den Nachrichten des Fernsehens; es trieb mir jedes Mal kindliche Tränen des Mitleids und des Entsetzens in die Augen. Diese Eindrücke hielten mich fest und begleiteten mich bis ins Erwachsenenalter – und bestimmten meinen Berufswunsch: Ich wollte Menschen helfen und ihre Leiden mindern. Nach einigen Jahren in der Seelsorge in meiner Heimatdiözese durfte ich 2011 als Fidei-Donum-Priester des Erzbistums München und Freising und als Missionsarzt nach Tansania, um hier meine beiden Berufungen als Seelsorger und als Mediziner im Dienst an den Kranken und Armen zu leben.

Father Thomas

„Der evangelische Pastor Albert Schweitzer, der später Arzt wurde und mit seiner Frau Helene vor über 100 Jahren in das zentralafrikanische Land Gabun zog, wo er den armen Kranken in der Gegend des Ogowe-Flusses beistehen wollte, schrieb: „Arzt wollte ich werden, um ohne irgendein Reden wirken zu können. Jahrelang hatte ich mich in Worten ausgegeben […] Das neue Tun aber konnte ich mir nicht als ein Reden von der Religion der Liebe […] vorstellen.“ Meine Tätigkeit und meine Umwelt in Tansania lehren mich jeden Tag, wie wichtig Geduld, Beharrlichkeit und ein langer Atem sind – besonders aber, dass Gott alles, der Mensch aber sehr wenig vermag: In aller Bescheidenheit und mit bescheidenen Erwartungen lässt sich mit Gott trotzdem eine ganze Menge erreichen!“

Ohne Spenden gäbe es das St.Clare Hospital nicht, hätten viele junge Menschen keine Arbeit und mein Wunsch, meine Berufung hier auch im Aufbau eines Krankenhauses für die Armen und Kranken zu leben, stände nicht kurz vor der Verwirklichung.

 

– Dr. Thomas Brei, Pfarrer und Gründer des St. Clare Hospitals

Es ist wundervoll, wenn strahlende Kinderaugen mir entgegenlaufen und mich anstrahlen. Dank lieber Menschen – egal welcher Hautfarbe – fühle ich mich hier tatsächlich daheim, wofür ich unendlich dankbar bin.

 

– Constanze Bär, Assistentin von Dr. Thomas Brei

Nach einem Unfall mit dem Motorrad war ich ohne Job und verzweifelt, wie sich meine Familie ernähren kann. Aber Father Thomas hat mir ein Dach über dem Kopf und eine kleine Arbeit als Sicherheitsmann gegeben.

 

– Josef, Sicherheitsmann am St. Clare Hospital

Hintergründe zur St. Clare Hospital Stiftung

Gesellschafts- und Gesundheitspolitischer Hintergrund

Die Mehrheit der Bevölkerung Tansanias – das Durchschnittsalter liegt bei 18 Lebensjahren (im Vergleich dazu: das durchschnittliche Alter der Bevölkerung lag in Deutschland im Jahr 2015 bei 42,8 Jahren für Männer und 45,6 Jahren für Frauen, gemäß Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung) – kann sich eine adäquate, moderne medizinische Diagnostik und Therapie einfach nicht leisten. In einem Land wie Tansania muss natürlicherweise ein großer Schwerpunkt auf Kindern und Jugendlichen liegen, wenn eine Gesundheitseinrichtung für die Gesamtpopulation des Landes offensteht.
Glücklicherweise hat sich die medizinische Grundversorgung in Tansania in den letzten Jahren flächendeckend verbessert – fast überall, auch an entlegenen Orten findet man Mutter-Kind-Kliniken, in denen die von der WHO empfohlenen Impfungen verabreicht und Vorsorgeprogramme in Schwangerschaft und früher Kindheit durchgeführt werden; über das ganze Land verteilt gibt es die Care and Treatment Kliniken (CTC) für die Betreuung von HIV-Infizierten; ebenso Tuberkulosekliniken; Lepra ist schon fast landesweit verschwunden. Antibiotika zur Behandlung der wichtigsten allgemein-medizinisch bedeutsamen und tropischen Infektionskrankheiten sind so gut wie überall erhältlich.
Gleichzeitig ist die Zahl der Allgemeinmediziner in den letzten Jahren stark gestiegen, da eine Vielzahl kleiner und kleinster Ausbildungsinstitute jährlich große Jahrgänge auf den Arbeitsmarkt entließ.
So hat sich der große Bedarf auf die fachärztliche Medizin verlagert, da die in Tansania allgemein üblichen, leicht behandelbaren Gesundheitsprobleme in der Breite versorgt werden und auch eine umfänglichere Diagnostik möglich ist als früher; dies hat zur Folge, dass schwerwiegende Erkrankungen zwar diagnostiziert aber aufgrund des Fachärztemangels, der Konzentration der Facharztdichte auf den Bereich der größten Städte und durch den Mangel spezialisierter, fachärztlicher Einrichtungen oft nicht oder nur sehr unzureichend behandelt werden können.
Die größte Mangelware sind in der Tat kompetent durchgeführte Operationen aller Art – die Zahl der Operationen ist zu gering und die Preise zu hoch für die hiesigen Verhältnisse und die Breite der Bevölkerung; von den Krankenversicherungen, die chronisch unterfinanziert sind so wie das gesamte Gesundheitswesen in Tansania, wird für die noch wenigen Krankenversicherten nur ein kleiner Teil des Operationsbedarfes finanziell gedeckt.

Sozialethischer Hintergrund

Die Leitbegriffe für die Arbeit des St. Clare Hospitals stammen aus der Katholische Soziallehre, die durch Papst Leo XIII. im 19. Jahrhundert begründet wurde: Unser Konzept orientiert sich an den Inhalten der Begriffe „Solidarität“ und „Subsidiarität“. Solidarität bedeutet in unserem Zusammenhang, dass das St. Clare Hospital für Arme und für Reiche gleichermaßen attraktiv sein soll: Die medizinische Behandlung ist für alle von derselben möglichst guten Qualität, während Sonder- und Zusatzleistungen (z.B. Einzelzimmer, Fast Track Behandlung) von Privatpatienten entsprechend der Leistung bezahlt werden; durch die Einnahmen aus Sonder- und Zusatzleistungen werden die allgemeinen Gesundheitsdienste für die ökonomisch schwachen Patienten subventioniert. Subsidiarität hingegen hat hier die Bedeutung, dass wir jeden Patienten anhalten, zur Finanzierung seiner Behandlung nach Kräften beizutragen – bei niedrigen und niedrigsten Preisen im Vergleich zu den ansonsten ortsüblichen Tarifen; ohne natürlich jemals dringende Nothilfe zu unterlassen.

Religiöser Hintergrund

Das St. Clare Hospital befindet sich auf dem Gelände der Schwestern der Heiligen Klara von Assisi am äußersten Stadtrand von Mwanza am Victoria-See. Der franziskanischen Überlieferung nach, hatte Klara den Heiligen Franziskus zur Pflege in das Kloster San Damiano bei Assisi aufgenommen, als er durch seine asketische und entbehrungsreiche Lebensweise mit nur 40 Jahren geschwächt und erkrankt, mit den Wundmalen Christi gezeichnet und fast erblindet war – dort dichtete Franziskus selber beinahe blind den berühmten Sonnengesang. Aus diesem Grund scheint es sehr passend, dass ein Krankenhaus bei den Klarissen-Schwestern den Namen dieser Patronin trägt.
Nichtsdestotrotz ist die Gemeinschaft der Klarissinnen ein Orden der Kontemplation, der Klausur und des abgeschiedenen Gebetes – die Schwestern, vor mehr als 60 Jahren aus Frankreich und Indien (Kerala) stammend, allesamt aber inzwischen einheimische Afrikanerinnen, verrichten deshalb nicht den unmittelbaren Dienst im Krankenhaus, sondern dienen den Patienten in Verwaltung, Wäscherei, Näherei und Küche.

Beitrag aus dem Bayrischen Rundfunk zur Eröffnung der Ambulanz,  März 2019 

Aktueller Stand der Entwicklung
des St. Clare Hospitals

Seit 2015 haben wir unsere diagnostischen Möglichkeiten in Labor und Bildgebung kontinuierlich ausgeweitet: Das Labor bietet Untersuchungen in den Bereichen Hämatologie, Blutgerinnung, Klinische Chemie, Biochemie und Mikrobiologie an – in Kürze wird auch die Anlage von diagnostischen Bakterien-Kulturen und die Resistenztestung möglich sein. Die Radiologische Abteilung hat konventionelles Röntgen, Computertomographie und Ultraschall zur Verfügung; außerdem können Doppler- und Echokardiographie-Untersuchungen durchgeführt werden, sowie urographische Untersuchungen, Mammographie und Ortho-Pantomographie/ Dentalröntgen.
Es entstanden eine Aufnahmestation/Notfallabteilung (Emergency Triage), eine große Ambulanz, eine Frauen-/Kinderstation und eine Männerstation. Dazwischen ein großer OP-Trakt mit zentralem unfallchirurgischen OP, Urologie-OP, Augen-OP und Bauch-OP; außerdem ein Kreißsaal. An den Augen-OP grenzt die Augenklinik an. Neben der Männerstation befindet sich eine gut ausgestattete moderne Zahnklinik. Für den Kranken- und Rettungstransport stehen drei Krankenwägen bereit.

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Dr. med. Thomas Brei
Missionary Doctor

St. Clare Clinic Foundation
P.O. Box 75
Mwanza
TANZANIA